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Uhrzeit: |
Vorgang: |
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6°° |
Claus von Stauffenberg verlässt mit seinem Bruder Berthold die Wohnung
in Berlin - Wannsee,
Tristanstraße 8, und fährt mit ihm zum Flughafen Rangsdorf. |
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Tristanstraße 8, Berlin Wannsee |
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Zwischen 7°° und 8°° |
Flug in das 560 Kilometer entfernte Rastenburg zum Führerhauptquartier zusammen
mit seinem
Adjutanten Oberleutnant Werner von Haeften. Vom Flugplatz aus lässt sich
Stauffenberg zum
etwa 6 km entfernten Nordeingang des Sperrkreises II der "Wolfsschanze" chauffieren. |
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10.30 |
Vor dem Kasino des Wehrmachtsführungsstabes im Sperrkreis II frühstückt
Claus von
Stauffenberg mit Rittmeister Leonhardt von Möllendorff und weiteren Offizieren. |
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11°° |
General der Infanterie Walter Buhle, Generalleutnant Henning von Thadden und Lechler
gehen zu einer Besprechung mit Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel im Sperrkreis I.
Dort erfährt Stauffenberg, dass die heutige "Lage" (Lagebesprechung)
nicht wie üblich um 13°°, sondern schon um 1230 stattfindet. Grund dafür
ist der Besuch des italienischen Duce. Er muss auf dem Weg zur Lage feststellen,
dass als Besprechungsraum nicht der Betonbunker, sondern das sogenannte Teehaus
festgelegt wurde. Der Besprechungsraum befand sich am Ende eines langen Ganges. Der
Erdboden und die Decke waren ohne einen festen Steinbelag. Auch sonst ähnelte
das Teehaus eher einer Baracke als einem Bunker. |
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Chemischer Zeitzünder, englischer Herkunft, wie Stauffenberg ihn verwendete
(Quelle: NA EAP 105/16)
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12.15 |
Stauffenberg äußert den Wunsch sich frisch zu machen. Im Schlafzimmer
von Keitels Adjutanten, John Major von Freynd hilft ihm, wie immer, sein Adjutant Oberleutnant
der Reserve Werner von Haeften, beim Umkleiden. Hier entnimmt Stauffenberg der Mappe
die Haeften seit der Landung getragen hat die erste Sprengladung. Diese Sprengladung
ist etwa ein Kilogramm schwer und ohne jegliche Ummantelung. Sie soll somit nicht wie
normal durch Splitter, sondern durch Druck wirken. Am Sprengstoffklumpen befinden sich
zwei britische chemisch mechanische Zündstifte. Diese setzt Stauffenberg mittels
einer Zange in Gang. Bei dieser schwierigen Arbeit werden sie unverhofft gestört.
Mit dem Hinweis, zur Lagebesprechung zu kommen, tritt Oberfeldwebel Werner Vogel ins
Zimmer. In der Hektik und dem Durcheinander gelingt es dem Attentäter nur eines
der mitgebrachten zwei Sprengstoffpakete scharf zu machen. Aus unerfindlichen Gründen
dachte Stauffenberg ein Paket würde reichen und nahm das zweite nicht mit in den
Lageraum |
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1. Hitler ......................................14. Scherf
2. Heusinger................................15. Voß
3. Korten....................................16. Günsche
4. Brandt.....................................17. Below
5. Bodenschatz............................18. Fegelein
6. Waizenegger............................19. Büchs
7. Schmundt.................................20. Sonnleithner
8. Borgmann.................................21. Warlimont
9. Buhle........................................22. Jodl
10. Puttkammer............................23. Keitel
11. Berger....................................24. Stauffenberg
12. Aßmann
13. John |
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12.30 |
Gleich darauf geht Stauffenberg mit Heusinger zur "Lagebaracke". Der Weg
bis dorthin ist etwa 400 m lang. Auf dem Weg treffen sie Buhle mit dem sich Stauffenberg
sofort lebhaft unterhält. Im Besprechungsraum begrüßt Adolf Hitler
den Oberst im Generalstab mit dem üblichen, prüfenden Blick, wortlos. Sie
kommen etwas zu spät! Keitel informiert den Führer darüber,
dass Stauffenberg ihn über die Neuaufstellung von Ersatzformationen informieren werde.
Außer Himmler und Göring, die fehlen, war der übliche Personenkreis
anwesend. Stauffenbergs Platz war unmittelbar rechts von Hitler, an der Längsseite
des großen Tisches. Er platzierte nun die Mappe mit der Bombe, nach einigem Drängeln,
rechts neben Heusingers Gehilfe Oberst Heinz Brandt unter dem Tisch und zwar an der
Außenseite des rechten, äußeren Tischsockels. Nach dem Vortrag über
die Ersatzlage der Truppe geht Claus von Stauffenberg mit Major John von Freynd rasch
hinaus. Als Vorwand für den raschen Aufbruch dient ein vorgeschobenes Telefonat.
Etwa zehn Minuten sind vergangen seit Stauffenberg den Zündmechanismus in Gang
gesetzt hat. |
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12.42 |
Stauffenberg spricht erst seit wenigen Augenblicken mit dem General der Nachrichtentruppe,
Erich Fellgiebel, da zerreißt eine gewaltige Explosion die Luft. Stauffenberg
zuckt merklich zusammen. Bei der Gruppe befindet sich neben Adjutant Haeften auch noch
Wehrmachtsnachrichtenoffizier Oberstleutnant Rudolf Gerhard Sander. Sie befinden sich
etwa 200 m von der Lagebaracke entfernt. Hitler stand zu diesem Zeitpunkt über
den Tisch gebeugt. Die Tatsache des fehlenden Steinbelags hatte jedoch zur Folge
dass sich der Druck der Explosion nach außen verbreitete und Stauffenberg einen völlig
falschen Eindruck über die Auswirkungen bekam. |
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Zerstörte Lagebaracke nach dem Attentat
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12.44 |
Stauffenberg wird von Leutnant Erich Kretz mit seinem Adjutanten zur Torwache des
Sperrkreises I. Aus dem fahrenden Wagen, einem Horch, bekommen sie den folgenden Eindruck:
"Eine dunkle Qualmwolke liegt über der Baracke, Kartenfetzen fliegen durch
die Luft." Sie hörten auch Stimmen die nach einem Arzt riefen. Von der Wirkung
meinte Stauffenberg fälschlicherweise: "Als ob eine 15 cm Granate eingeschlagen
hat! Da kann kaum noch jemand am Leben sein." An der Wache wurde der Wagen zunächst
aufgehalten. Stauffenberg erklärte dem Wachhabenden dass er dringend zum
Flughafen müsse. Da er im Besitz eines ordnungsgemäßen Ausweises war
und dem Wachhabenden außerdem bekannt war, ließ dieser ihn passieren, zumal
die Auslösung des Alarms noch nicht vorlag, sondern erst etwa 1 1/2 Minuten später
erfolgte. An der Außenwache Süd wurde der Wagen erneut angehalten. Claus
von Stauffenberg begab sich zu Feldwebel Kolbe, dem er erklärte, unbedingt sofort
zum Flughafen zu müssen. Kolbe aber ließ sich nicht überrumpeln, sondern
verwies auf die vorliegende Sperre. Daraufhin rief er auf Wunsch Stauffenbergs die
Kommandantur an und erhielt, weil der Kommandant am Tatort war, Verbindung mit dem
Adjutanten, Rittmeister von Möllendorff. Diesem teilte Stauffenberg mit,
dass er vom Kommandanten die Erlaubnis zum verlassen des Sicherheitsbereiches habe und unbedingt
um 1315 fliegen müsse. Der Adjutant, der den Grund des Alarmes noch nicht kannte,
während ihm jedoch die Erlaubnis Stauffenbergs zum Aufenthalt in der "Wolfsschanze"
bekannt war, erklärte sich aufgrund der Angaben Stauffenbergs mit dessen Abfahrt
einverstanden und bestätigte dies fernmündlich dem Wachhabenden Kolbe. Somit
passierte Stauffenberg auch die Wache "Süd". Während der raschen
Fahrt, vorbei an Gut Quednau, wirft Werner von Haeften das zweite Sprengstoffpäckchen
aus dem fahrenden Wagen. |
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13.15 |
Pünktlich startet die zweimotorige Propellermaschine vom Flugplatz auf Gut
Wilhelmsdorf zum Flug nach Berlin. |
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13.30 |
Die Nachrichtensperre ist bereits in Kraft und die Nachricht vom Attentat nach Berlin
übermittelt. |
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Bendlerblock, Grundriss |
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BESCHREIBUNG:
A Über das Treppenhaus IV (heute Aufgang
D4) wurden die Verschwörer am 20. Juli zur Exekution im heutigen Ehrenhof geführt
B Diensträume für Offiziere des Allgemeinen
Heeresamtes
C In diesem Flur kam es am Abend des 20.7.44 zum
Schusswechsel bei dem Stauffenberg leicht verletzt wurde
D Separates Treppenhaus zur Bendlerstraße,
heute Stauffenbergstraße
E Arbeitszimmer für den Offizier vom Dienst
F Vorzimmer von Claus Schenk Graf von Stauffenberg
als Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres und Chefs der Heeresrüstung
G Seit 1. Juni 1944 Arbeitszimmer von Oberst Claus
Schenk Graf von Stauffenberg als Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres und Chefs
der Heeresrüstung
H Kartenzimmer
I Arbeitszimmer von Generaloberst Friedrich Fromm
als Befehlshaber des Ersatzheeres und Chefs der Heeresrüstung. Nach Fromm´s
Verhaftung am 20. Juli Zentrale des Umsturzversuches. Hier erklärte sich Fromm
in der Nacht zum 21. Juli 1944 zum Standgericht und befiehlt nach Ludwig Beck´s
Freitod die Erschießung von Stauffenberg, Olbricht, Mertz, Quirnheims und Werner
von Haeften.
J Anrichte/Abstellraum
K Arbeitszimmer des Adjutanten von Generaloberst
Fromm, Rittmeister Heinz-Ludwig Bartram
L Registratur/Schreibkraft
M Aufgang zur Dienstwohnung von Generaloberst
Friedrich Fromm, in der er am Nachmittag des 20. Juli 1944 gefangengehalten wird
N Treppenhaus
O Wachraum für den Offizier vom Dienst
P Vorzimmer des Ersten Generalstabsoffiziers (Ia)
im Allgemeinen Heeresamt
Q Arbeitszimmer des Ersten Generalstabsoffiziers
(Ia) im Allgemeinen Heeresamt, Oberst Bolko von der Heyde
R Arbeitszimmer des Generalstabsoffiziers (Ia
I), Oberstleutnant Karl Pridun
S Vorzimmer des Ia I
T Vorzimmer /Raum mit Feldbett
U Arbeitszimmer des Stabschefs im Allgemeinen
Heeresamt (bis 1. Juni 1944 Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, danach Oberst
Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim
V Vorzimmer mit den Sekretärinnen Anni Lerche
und Delia Ziegler
W Arbeitszimmer von General Friedrich Olbricht
als Chef des Allgemeinen Heeresamtes im Oberkommando des Heeres
X Arbeitszimmer von Oberstleutnant Fritz von der
Lancken als Adjutant Olbrichts
Y Registratur für geheime Kommandosachen |
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Der Eingang zum Bendlerblock 1942, Berlin-Tiergarten, Bendlerstraße
11-13
(heute Stauffenbergstraße)
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Zwischen 16°° und 16.30 |
Stauffenberg landet in Berlin und begibt sich sofort in die Bendlerstraße.
Dort gibt es jedoch seit 14°° erhebliche Komplikationen. General Fritz Thiele
geht spazieren und die Nachricht dass das Attentat misslungen sei verursacht
allgemeine Unruhe. General Friedrich Olbricht wollte bereits am frühen Nachmittag
den Staatsstreich einleiten, wurde aber von General Fritz Fromm zurückgehalten.
Fromm telefonierte deshalb sofort mit Keitel im Führerhauptquartier und erhielt
die Antwort: " Was soll denn los sein? Es ist alles in bester Ordnung." Auf
die Frage nach dem Attentat erwiderte Keitel: " ....Es hat zwar ein Attentat stattgefunden,
es ist aber zum Glück fehlgeschlagen. Der Führer ist nur unwesentlich verletzt!"
Dieses Gespräch hörte Olbricht mit an um dann sofort den Raum zu verlassen.
Nach einiger Zeit erschien er wieder und zwar in Begleitung von Oberst Stauffenberg.
Olbricht weist Fromm nun daraufhin, dass der Führer tot sei. Auf den Einwand
Keitel habe anders berichtet erwidert Stauffenberg: " Der Feldmarschall Keitel
lügt, wie immer, ich habe selbst gesehen wie man Hitler tot hinausgetragen hat."
Ein tödlicher Irrtum, es stellte sich heraus, dass man einen Schwerverletzten
mit dem Mantel Hitlers bedeckte, ehe man ihn aus der Lagebaracke trug.
Olbricht setzt Fromm darüber in Kenntnis, dass er und Stauffenberg das Stichwort
für innere Unruhen an die stellvertretenden Generalkommandos gegeben haben. Wütend
will Fromm wissen wer den Befehl gegeben hat. Olbricht antwortet: " Mein Stabschef,
Oberst Mertz von Quirnheim." Nach einigem hin und her nimmt Oberst Stauffenberg
Fromm in Schutzhaft und setzt dafür Generaloberst Erich Hoepner ein.
Inzwischen liefen schon die ersten Maßnahmen in Wien, Prag, Paris und Kassel
an. Später verbreitete das Kriegsministerium unter den auf Berlin marschierenden
Truppen den Fehlschlag des Attentats. Dies verfehlte seine Wirkung nicht. |
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17°° |
Seit spätestens einer Viertelstunde wird der grundlegende Staatsstreichsbefehl
an die Wehrkreise ausgegeben. Allerdings läuft der gesamte Nachrichtenapparat
sehr schwerfällig. Jedes einzelne Fernschreiben muss einzeln abgesetzt werden.
Ein Absetzvorgang dauert auf einem Geheimschreiber etwa eine Viertelstunde. Alle zusammen
also über drei Stunden!! |
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Walküre-Fernschreiben, unterschrieben von Oberst Mertz von Quirnheim
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19.13 |
Der General von Prag, Ferdinand Schaal, spricht mit Stauffenberg, welcher ihm entschieden
erklärt: " Der Führer ist tot, ich bin selbst dabei gewesen. Bisheriges
und weitere Kommuniqués des Rundfunks sind falsch. Befohlene Maßnahmen
gegen den SD (Sicherheitsdienst) sind beschleunigt durchzuführen!"
1955 : Stauffenberg ruft den an der Ostfront in Bedrängnis geratenen Abschnitt
der Heeresgruppe Nord an und teilt deren Chef mit, dass der Führer tot sei. |
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Stauffenbergs Arbeitszimmer im Bendlerblock im Sommer 1944
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Zwischen 20°° und 23°° |
Die Truppen sind mittlerweile in der Bendlerstraße angekommen. Eine bewaffnete
Offiziersgruppe stürmt zu Olbrichts Räumen vor. Alle im Gang stehenden Offiziere
werden in Olbrichts Räume gedrängt. Herber geht auf Olbricht zu und stellt
ihm die Frage: " Herr General, sind Sie für oder gegen den Führer? "
Olbricht gibt keine Antwort. Daraufhin wird er gefragt wo Fromm sei. Olbricht verspricht
Herber ihn zu Fromm zu führen. In diesem Augenblick kommt Stauffenberg hinzu.
Herber und seine Leute halten ihn fest. Doch wenige Augenblicke später gelingt
es ihm zu entweichen. Er wirft die Türe hinter sich zu und rennt durch das Vorzimmer
von Mertz' Büro und schlägt diese Türe ebenfalls hinter sich zu. Dadurch
gewinnt er einen winzigen Vorsprung vor seinen drei oder vier Verfolgern. Vom Zimmer
Mertz' aus eilt er weiter auf den Gang. Da fallen Schüsse!
Hauptmann Friedrich Klausing feuert auf Oberstleutnant Herber. Oberst Stauffenberg
wird offenbar am linken Oberarm oder an der Schulter verwundet, nachdem er selbst mit
seinem rechten Armstummel seine belgische Armeepistole an die Hüfte
gepresst,
durchgeladen und mit den drei Fingern der linken Hand auf Oberstleutnant Karl Pridun
abgefeuert hat. Er eilt weiter in sein Zimmer zu Haeften und ruft ihm zu: " Gehen
Sie hinaus und machen Sie Ordnung!"
Ermüdet und aufs höchste irritiert legt er seine Augenklappe ab und versucht,
vergeblich, mit den Verschworenen in Paris zu sprechen. Fromm wurde mittlerweile befreit. |
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23.15 bis 23.45 |
Nach seiner Befreiung setzte Fromm angeblich ein aus drei Generälen bestehendes
Standgericht ein, dass die Anführer des Staatsstreiches zum Tode verurteilte.
Mit diesem Urteil geht er in sein Dienstzimmer zurück wo Graf Schulenburg, Berthold
von Stauffenberg, die Generale Beck und Olbricht sowie Claus von Stauffenberg, sein
Adjutant Haeften, Hoepner und Mertz von Quirnheim bereits festgesetzt waren. Hoepner
bat um Aufschub der ihm gewährt wurde. Er wurde abgeführt. Von den übrigen
Herren forderte Fromm die Waffen. Nun erhob sich Generaloberst Ludwig Beck und sagte:
" An mich, ihren alten Vorgesetzten werden sie diese Forderung nicht stellen wollen,
denn ich werde aus dieser verfahrenen Situation die Konsequenzen selbst ziehen.."
Fromm gab sein Einverständnis zu erkennen. Hierauf versuchte Beck selbst, sich
mit einem Kopfschuss zu töten. Der Schuss streifte aber nur die Schädeldecke.
Beim zweiten Versuch stützte ihn Stauffenberg. Der Schuss war zwar tödlich,
setzte aber seinem Leben kein unmittelbares Ende.
Indes erklärte Generaloberst Fromm seinen Gefangenen: " Und Sie meine Herren,
wenn Sie noch etwas zu sagen oder aufzuschreiben haben steht Ihnen unterdessen noch
ein Augenblick zur Verfügung!" Olbricht setzt sich hin und schreibt. Die
anderen schweigen. Fromm verlässt kurz das Zimmer. Nach geraumer Zeit kommt
er zurück und sagt: " So, meine Herren, sind Sie fertig? Bitte beeilen Sie
sich damit es für die anderen nicht zu schwer wird."
Olbricht lässt sich einen Umschlag geben und verschließt seinen Brief.
Daraufhin sagt Fromm: "Also, im Namen des Führers hat ein Standgericht, von
mir einberufen ......stattgefunden. Das Standgericht hat vier Herren zum Tode verurteilt,
nämlich folgende Herren: den Oberst im Generalstab Mertz, General der Infanterie
Olbricht, diesen Oberst dessen Namen ich nicht mehr kenne ...(Stauffenberg) und diesen
Oberstleutnant (Haeften)." Oberst Claus von Stauffenberg erklärt in wenigen,
festen Worten, dass alle als Soldaten und seine Untergebenen gehandelt hätten
und er die alleinige Verantwortung trage. Der Generaloberst antwortete nicht, sondern
sagte zu dem neben ihm stehenden Leutnant des Wachbataillons: " Sie nehmen ein
paar Leute und werden sofort, unten im Hof, dieses Urteil vollstrecken. Ich zeige ihnen
die Herren noch einmal damit ich weiß, dass sie richtig erkennen! "
Olbricht, Mertz, Haeften und Stauffenberg verlassen das Zimmer und werden sofort abgeführt.
Mit Hoepner spricht Fromm kurz im Nebenzimmer. Offenbar hat er zunächst auch ihn
erschießen wollen, lässt ihm aber dann die Wahl zwischen Selbstmord
und Verhaftung. Hoepner entscheidet sich für letzteres und wird anschließend
in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.
Was denkt wohl Claus von Stauffenberg als er die Stufen zum Hof hinabsteigt? - Zu seiner
Sekretärin hat er kurz zuvor noch gesagt: "Sie haben mich ja alle im Stich
gelassen!" |
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24°° |
Im dunklen Hof der Bendlerstraße stehen zehn Unteroffiziere und ein Leutnant
bereit
- das Exekutionskommando -
Die vier Verurteilten werden von der Treppe nach links gebracht und vor eine Sandaufschüttung
gestellt. Grelles Scheinwerferlicht der im Hof stehenden Fahrzeuge zerschneidet die
Dunkelheit. Das Kommando ertönt. Stauffenberg ruft noch laut aus:" Heiliges
Deutschland!" |
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00.10 |
Fromm lässt per Fernschreiben die Nachricht von der Erschießung
verbreiten. Auf die Frage an einen Offizier ob Beck nun endlich tot sei, erhielt er
negativen Bescheid. Der Generaloberst gab den Auftrag ihn von seinem Leiden zu erlösen.
So gibt ein Angehöriger des Wachbataillons dem Sterbenden bald darauf den erlösenden
Gnadenschuss.
Fromm selbst ging auf den Hof und trat achtlos an den vier Leichnamen vorbei. Dort
brachte er ein dreifaches Heil auf jenen Mann aus der das Unheiligste, Schrecklichste
und Grausamste verkörpert was Deutschland je hervorgebracht hat.
Die Stimme jenes Mannes dringt bald darauf durch den Äther und verkündet,
zugleich mit dem Namen des Oberst Graf von Stauffenberg, dass die Welt noch nicht
von ihm erlöst ist.
Der Leichnam von Generaloberst Ludwig Beck wird ¾
eine Blutspur hinterlassend ¾
die Treppe hinuntergeschleift und zusammen mit den vier Exekutierten auf einen
Lastwagen geladen. Dieser fährt zum Tor hinaus zu nahe gelegenen
alten St. Matthäus-Friedhof,
wo die fünf Leichname verscharrt werden.

Doch bald drauf folgen die Häscher
und graben sie wieder aus ¾
auch jene Stauffenbergs.
An seinem Hals finden sie ein Kreuz, die erste Gabe seiner Frau.
Die Leichname werden vom Feuer verzehrt, die Asche über den Rieselfeldern (Naturnahe
Methode mittels Schilf die Abwässer zu reinigen d.Red.) in alle Winde zerstreut. |
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"als sieger dring ich einst in euer hirn,
ich, der verscharrte..................."
(Gedicht in Stefan Georges Nachlass mit der Widmung: An Phes von Claus im November
1923 |
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- Am Morgen des 21. Juli 1944 besetzt die SS den Bendlerblock. In
den Innenhof, in dem in der Nacht zuvor die Hauptverschwörer erschossen worden
waren, rücken Einheiten Himmlers ein.
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