Abdruck
aus dem
Centralblatt
fuer
Bakteriologie, Parasitenkunde
und Infektionskrankheiten.
Erste Abteilung:
Mediz.-hygien. Bakteriologie u. tier. Parasitenkunde.
Originale.
In Verbindung mit
Geh.Med.-Rat Prof. Dr. Loeffler, Greifswald
Geh.Med.-Rat Prof. Dr. R. Pfeiffer, Breslau
Geh.Reg.-Rat Prof. Dr.M. Braun, Koenigsberg in Preussen
herausgegeben von
Geh.Reg.-Rat Prof. Dr. O. Uhlwom, Berlin
and
Geh.Reg.-Rat Dr. A. Weber, Berlin-Lichterfelde.
74. Band. 1914. Heft 3/4.
Verlag von Gustav Fischer in Jena.
Seite 254
Beitrag zur Frage der Toxinbildung bei der Trichinosis.
(Aus dem patholog. Institut des Krankenhauses München r. d.
Isar.
Vorstand: Prof. H. Duerck.)
Von Max Gastel, approb. Arzt.
Mit der Frage, ob die Trichinellen während ihres Aufenthaltes im
Wirtsorganismus toxische Substanzen ausscheiden, hat sich eine große
Anzahl von Forschern beschäftigt.
So hat Ehrhardt die Vermutung ausgesprochen, daß die degenerativen
Veränderungen im Muskel in der Nachbarschaft der Trichinellen auf
Toxine zurueckzufuehren seien, welche diese Parasiten ausscheiden. Auch
Metschnikoff
vertritt diese Ansicht. Knorr fand im akuten Stadium der Trichinosis bei
einem Manne Zeichen von Reizung der Serosa, weitgehende parenchymatöse
Nierenschädigung, geringgradige Entzuendung an Gehirn und weicher
Hirnhaut, und tritt der von Staeubli und Romanowitsch geäußerten
Meinung bei, daß bei der Trichinellenkrankheit den Toxinen eine große
Bedeutung zukomme. Nach Friedreich kommt es zu einer akuten Infektion
des Blutes durch giftige Stoffwechselprodukte, die nach Aufloesung der
Kapseln der Darmtrichinellen durch die Verdauungssaefte ins Blut gelangen
und die Ursache darstellen für die Fruehsymptome der Trichinellenkrankheit:
Störung des Allgemeinbefindens, Gesichtsödem, hohes Fieber.
Seite 255
Nonne und Hoepfner sahen in schweren Fällen von Trichinelleninfektion
mehrmals Trübung des Sensoriums und Delirien und halten diese Erscheinungen
für die Folgen der Einwirkung von Toxin.
Stauebli hat nachgewiesen, daß bei der Trichinelleninfektion
der Ratte, und zwar schon im Stadium der Darmtrichinosis, ein Gift austritt,
das als exquisites Blutgift wirkt. Hoyberg stellte dagegen auf Grund
von Versuchen, die er mit Serumuebertragungen machte, den Satz auf, daß
das Blut trichinisierter Tiere keine Toxine enthalte. Er injizierte Serum
von Ratten, die mit Trichinellen vergiftet worden waren, anderen Tierspecies
meist im Verhältnis von 1:20 bis 1:40 ihres Koerpergewichts. Doch
finden sich bei diesen Versuchen keinerlei Angaben über den Grad und
die Schwere der Infektion mit Trichinellen, so daß Staeubli
fordert, daß diese Versuche mit genauen Kontrollversuchungen nachgeprüft
werden sollen.
Hoybergs Versuche haben auch Romanowitch nicht überzeugen
können. Romanowitch ist der Ansicht, daß, wenn die Trichinellen
ueberhaupt toxische Substanzen ausscheiden - sich, diese im Serum des infizierten
Tieres zu irgendeiner Zeit finden müßten. Er stellte eine Reihe
von Versuchen mit dem Serum trichiniger Meerschweinchen und Ratten an,
und fand in 9 unter 40 Fällen das Serum stark toxisch wirkend. Schwach
toxisch wirkende Sera stammten von Meerschweinchen, die sich bei der Sektion
als nur schwach mit Trichinellen infiziert erwiesen. Romanowitch
hat nun Serum stark trichiniger Meerschweinchen den Versuchstieren (Meerschweinchen
und Ratten) subkutan injiziert, und zwar 4-6 ccm für je 1 kg Lebendgewicht.
Das Serum wurde stets 24 Stunden nach der Entblutung injiziert, und zwar
subkutan. Die injizierten Tiere zeigten nach einer einzigen Injektion folgendes
klinische Bild:
Große Mattigkeit, häufiges Gähnen, Zittern, Kaumuskelkraempfe;
außerdem Dyspnoe, Durchfaelle und abnorme Abmagerung.
Der Tod trat ein in 2 Fällen am 2. Tag,
in 1 Fall am 3. Tag,
in 1 Fall am 5. Tag,
in 1 Fall am 6. Tag,
in 1 Fall am 11. Tag,
in 1 Fall am 25. Tag
2 Tiere zeigten obige klinische Erscheinungen, erholten sich aber wieder.
Die Sektion der gestorbenen Tiere ergab nach Romanowitch Darmhaemorrhagieen,
besonders am Dünndarm, Hyperämie der Bauchgefaesse und der Herzhöhle,
Petechien am Peritoneum, Blutaustritte aus den Lungen. Die überlebenden
Tiere zeigten außerordentliche Magerkeit. Auf Grund dieser Versuche
stellte Romanowitch eine Reihe von Thesen auf, darunter auch folgende
Sätze:
1) Das Serum trichiniger Meerschweinchen und Ratten wirkt giftig.
2) Die Giftigkeit des Serums der infizierten Meerschweinchen steht
im Verhältnis zu der Intensität der Infektion mit Trichinellen.
3) Die Empfänglichkeit für diese Gifte ist individuell verschieden.
4) Tiere, die die Infektion überleben, zeigen ganz außerordentliche
Magerkeit.
5) Die Giftigkeit des Serums kann 9 Tage nach der Infektion beginnen
und bis 6 Wochen nach der Infektion anhalten.
6) Vergiftet man weiterhin Tiere, die nach schwacher Infektion am Leben
geblieben sind, mit relativ wenig trichinigem Fleisch, so sterben die Tiere,
weil zu dem durch die Injektion einverleibten schwachen Gift noch das durch
die Trichinellen produzierte hinzukommt.
Diese Angaben von Romanowitch stehen mit den Ergebnissen der
Hoybergschen Versuche im Widerspruch. Es ist aber für die Klinik und
Pathologie der Trichinellenkrankheit gewiß von hohem Interesse, zu
wissen, ob und welcherlei Gifte Krankheitserscheinungen und Organveränderungen
hervorrufen können, wie sie bei der Trichinose aufgefallen sind. Allerneuestens
hat
Flury derartige, bei der Trichinose entstehende Gifte isolieren
können, jedoch ist damit die Toxizitätsfrage noch nicht gelöst
worden, da Flury selbst die Wirkung noch anderer Gifte reserviert
hat.
Es dürfte darum nicht uninteressant sein, Eingehendes über
Versuche zu berichten, welche gleichsinnig mit den Versuchen von Romanowitch
auf
Veranlassung und unter Leitung des Assistenzarztes, Herrn G.B. Gruber,
durch mich angestellt worden sind. G.B. Gruber hat bereits anderwärts
kurz ueber die Ergebnisse dieser Untersuchungen Mitteilung gemacht.
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Allgemeine Bemerkungen zu unseren Versuchen.
1) Die Versuche wurden mit Meerschweinchen angestellt, Versuch Ia auch
noch mit Kaninchen.
2) Bei allen Versuchen, mit Ausnahme von Ia, der als Vorversuch anzusprechen
ist, wurde der Infektionsgrad des Verfütterungsmaterials festgestellt,
und zwar nach dem von Opie angegebenen und auch von Bittner angewendeten
Verfahren:
Es wurden 0,025 g Fleisch: Kaumuskel, Zwerchfell, Intercostalmuskeln,
auf dem Objektträger zerzupft, mit Essigsäure und Glyzerin befeuchtet;
dann wurde ein 2. Objektträger scharf angedrueckt und das Präparat
im verschiebbaren Objekttisch systematisch nach Trichinellen durchsucht.
Hierbei erwies es sich als sehr zweckmäßig, den Planspiegel
zu benutzen und denselben bei mäßiger Abblendung so zu drehen,
daß das Gesichtsfeld stark verdunkelt erschien, also eine Art Dunkelfeldbeleuchtung
entstand. Die Trichinellen waren dann scharf umrissen und hell beleuchtet
leicht zu erkennen. Von jedem Muskelstück, welches zur Verfütterung
verwendet wurde, wurden zwei solche Probezählungen vorgenommen, also
wurde 0,05 g Fleisch genau auf Trichinellenzahl untersucht. Je nach dem
Ergebnis dieser Zählungen wurden größere oder kleinere
Fleischstücke zur Infizierung benutzt, nachdem der Trichinellengehalt
für 1 g Fleisch rechnerisch festgestellt war. Auf solche Weise wurde
der Versuch gemacht, annähernd wenigstens die Gesamtzahl der einverleibten
Trichinellen festzustellen. Aber auch deshalb wurden diese Zählungen
vorgenommen, um nachweisen zu können, ob der Giftgrad des zu verwendenden
Serums tatsächlich von der Intensität der Infektion mit Trichinellen
abhängt, wie es Romanowitch behauptet. Ein weiterer Grund war
folgender: Wir wollten uns Klarheit darüber verschaffen, wie viel
infektiöses Material, d. h. wieviel Trichinellen, ungefähr zur
Verfütterung gelangen müssen, um eine schwere Infektion zu erzeugen.
Weder die Ausführungen von Romanowitch, noch diejenigen Hoybergs
geben hierüber Auskunft. Wir gaben, wie die einzelnen Versuche zeigen,
stets steigende Mengen von Trichinellen.
3) Romanowitch betont, daß nur das Serum schwer infizierter
Meerschweinchen toxisch wirke, und daß die Meerschweinchen, die giftiges
Serum geliefert haben, bei der Sektion die Zeichen schwerer Trichinelleninfektion
aufgewiesen hätten. Es scheint, daß für Romanowitch
der histologische Befund für die Beurteilung der Schwere einer
Trichinelleninfektion maßgebend war. Denn er macht ebensowenig wie
Hoyberg
irgendwelche Angaben über das klinische Verhalten der infizierten
Tiere. Ferner fehlen die Daten über die Kontrolltiere, insbesondere,
ob die Kontrolltiere der Infektion später erlegen sind oder nicht.
Eine Feststellung des klinischen Verhaltens der mit Trichinellen infizierten
Tiere resp. der Kontrolltiere erscheint aber um so notwendiger, als es
nicht angängig ist, die Schwere einer Trichinellenvergiftung lediglich
aus dem Sektionsbefund zu beurteilen. Manche unserer Meerschweinchen, sowohl
Kontrolltiere als auch solche, die lediglich zur Lieferung infektiösen
Verfütterungsmaterials vergiftet worden waren, und die sich bei der
Sektion als stark infiziert erwiesen, hatten keinerlei Störung ihres
Wohlbefindens, keinerlei klinische Symptome gezeigt, hatten sogar erheblich
an Gewicht zugenommen. Andere Meerschweinchen da gegen, welche bei der
Sektion einen relativ geringen Grad von Trichinosis zeigten, hatten all
die charakteristischen klinischen Zeichen einer schweren Trichinellenvergiftung
geboten.
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Es scheint also, wenn man einen Schluß auf die Giftigkeit des
zu verwendenden Serums ziehen will, notwendig zu sein, nicht nur das anatomische
Bild, sondern auch das klinische Verhalten der infizierten Tiere zu berücksichtigen.
NB. Die Ergebnisse der klinischen Beobachtung der infizierten Tiere sind
bei den einzelnen Versuchen verzeichnet.
4) Bei jedem mit Trichinellen vergifteten Meerschweinchen, dessen Serum
verwendet werden sollte, wurde jedoch nicht nur die Menge der einverleibten
Trichinellen festgestellt und das klinische Verhalten beobachtet, sondern
es wurden - wie es Romanowitch auch getan hat - Muskelstücke,
besonders Kaumuskel und Zwerchfell, nach der Entblutung mikroskopisch untersucht,
und nach der oben beschriebenen Methode die Anzahl der Trichinellen in
1 g Muskulatur bestimmt Wir wollten ganz sicher gehen, uns nicht lediglich
auf die Zahl der verfütterten Trichinellen und den beobachteten klinischen
Befund verlassen. Stimmte dann noch das erwartete histologische
Bild, dann mußten wir es als sicher annehmen, daß wir mit einem
hochwertigen Serum arbeiteten. Wir konnten dann darauf rechnen, daß
diese Sera den Angaben
Romanowitchs entsprechend toxische Eigenschaften
entwickeln würden
5) Die Entblutung der infizierten Tiere wurde zwischen dem 13. und 30.
Tag nach der Infektion vorgenommen; also auch hierin den Voraussetzungen
Romanowitch
entsprochen. Die Carotis wurde nach chirurgischen Grundsätzen in leichter
Aethernarkose freigelegt, mit Arterienklemme abgeklemmt, auf etwa 1 1/2
cm lange Strecke vom umgebenden Gewebe losgelöst, mit einem Scherenschlage
durchtrennt und mit dem freien Ende in ein steriles Zentrifugenglas eingeführt.
Dann wurde die Klemme langsam gelöst und die Entblutung erfolgte ins
sterile Glas. Auf solche Weise wurde eine sterile Blutentnahme gesichert.
Nach Absetzen des Blutkuchens wurde zentrifugiert, das Serum in sterile
Gläschen abgegossen und diese 24 Stunden im Eisschrank aufbewahrt.
Am nächsten Tage wurde das Serum den Versuchstieren subkutan injiziert,
und zwar stets 5 ccm auf. 1 kg Lebendgewicht. (Romanowitch gab Dosen
zwischen 4 und 6 0cm.)
Bei einer Reihe von Versuchen wurde jeweils die Hälfte des zur
Injektion bestimmten Serums inaktiviert.
6) Die Versuchstiere, die injiziert werden sollten, wurden 1 Tag vor
der Injektion in Gruppen in besonderen Stallabteilungen untergebracht,
täglich mehrmals beobachtet und jeden 2. Tag stets zur gleichen Stunde
gewogen.
Versuch Ia.
Vorbereitung: Am 19. Juli1912 wurden mehrere Meerschweinchen und Kaninchen
mit Trichinellen vergiftet. Die Zahl der verfütterten Trichinellen
wurde bei diesem Versuch nicht festgestellt. Die infizierten Tiere zeigten
keine Krankheitserscheinungen; eine Gewichtskurve wurde nicht geführt.
Ausführung:
Die Entblutung wurde am 17. Aug., also nahezu 4 Wochen nach der Infektion,
vorgenommen. (Bei den entbluteten Tieren unterblieb bei diesem Versuch
die Feststellung der Trichinellenzahl.) Die Injektion des Serums geschah
am 18. Aug., und zwar wurden, wie schon früher erwähnt, 5 ccm
auf 1 kg Lebendgewicht injiziert. Gleichzeitig wurde 1 Kontrollmeerschweinchen
und 1 Kontrollkaninchen mit Serum normaler Meerschweinchen und Kaninchen
injiziert.
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M 1 M 2
M 3 M I (Kontr.) K 1
K 2 K I (Kontr.)
Gewicht am Tage
390 225
510
340 560
500 820
vor der Injektion
Injiziert wurden ccm
2 1,1
2.5
1,7 2,6
2,2 3,7
Injektionstag:
18. August
390 220
530
340 575
500 840
19. August
390 270
600
370 590
540 850
20. August
380 250
600
370 640
560
850
21. August
400 250
600
380 650
570
920
22. August
390! 230
610
400 680 1)
590 1) 920
23. August
370 1) 200 2) 590 1)
400 690
650 950
24. August
360 180+ 600
410 730
650 940
26. August
390 Pneu- 590
440 750
670 960
28. August
390 monie 630
440 750
680 1000
30. August
390
620
440 780
680 1010
1. Sept.
410
640
450 790
730 1010
3. Sept.
410
670
450 790
740 1050
5. Sept.
400
650
450 820
740 1030+
7. Sept.
400
650
450 820
760 Pneumonie
9. Sept.
410
650
460 830
780
11. Sept.
430
650
460 830
780
Erlaeuterung: 1) Geringe Fresslust. Weniger Lebhaftigkeit
2) Husten, Ausfluss aus Nase, Dyspnoe, Kraefteverfall
Kritische Bemerkungen zu Versuch Ia.
Da nur das klinische Verhalten der Tiere beobachtet, nicht die Zahl
der zur Verfütterung verwendeten Trichinellen auch nur annähernd
festgestellt wurde; da ferner am Tage der Entblutung am vergifteten Tier
wohl eine vorhandene Durchsetzung der Muskulatur mit Trichinellen gefunden,
nicht
aber der Grad derselben zahlenmäßig festgestellt wurde,
so sind die Ergebnisse dieses Versuches Ia zu einer Beurteilung der Romanowitschen
Sätze
nur mit Einschränkung zu gebrauchen. War es doch nicht möglich,
sich ein Bild über die Schwere der Infektion zu machen, und konnte
man sich doch nicht vergewissern, ob das verwendete Serum ein stark oder
nur schwach toxisches sein würde. Wir können diesem Versuch deshalb
nur die Qualität eines Vorversuches einräumen. Er regte aber
dazu an, bei den folgenden Versuchen eine strengere Versuchsanordnung durchzuführen.
Aber trotz der angeführten Mängel waren die Ergebnisse nicht
uninteressant:
1) Die injizierten Versuchstiere zeigten einige Tage nach der Injektion
verminderte Freßlust und geringere Lebhaftigkeit, machten auch beim
Ergreifen weniger energische Abwehrbewegungen als gewöhnlich. Diese
Erscheinungen waren:
bei M 1 vom 4.- 6. Tag,
bei M 3 vom 4. - 7. Tag,
bei K 1 vom 4. - 5. Tag
bei K 2 vom 2. - 4. Tag
nach der Injektion zu bemerken.
Dann trat jedoch bei den angeführten Tieren rasch Erholung ein.
2) Die Kontrolltiere zeigten die oben beschriebenen Störungen des
Wohlbefindens nicht, sie nahmen stetig und erheblich an Gewicht zu. Das
Kontrollkaninchen starb am 5. Sept. an Pneumonie.
2) M 2 begann am 20. Aug. zu husten, hatte eiterigen Ausfluß
aus der Nase. Am 21. Aug. machte sich starke Dyspnoe bemerkbar, die
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Hinfälligkeit und Abmagerung nahm rasch zu, und am 24. Aug. starb
das Tier; die Sektion bestätigte die schon gestellte klinische Diagnose
"Pneumonie".
Die Versuchstiere M 1, M 3, K 1 und K 2 zeigten außer der oben
beschriebenen, vorübergehenden geringen Störung der Freßlust
und Lebhaftigkeit keines der Symptome, die Romanowitch als charakteristisch
für die Toxinwirkung des injizierten Serums beschrieben hat: Weder
häufiges Gähnen oder Zittern oder Krämpfe waren trotz mehrfacher
täglicher Beobachtung zu bemerken, noch konnten Durchfälle oder
dyspnoische Erscheinungen wahrgenommen werden. Abmagerung trat nicht ein;
die Tiere nahmen sogar andauernd und stetig an Gewicht zu, nachdem die
Störungen im Wohibefinden überwunden waren.
5) Alle Versuchstiere überstanden die Injektion (M 2 starb
an Pneumonie).
6) Da die Kontrolltiere, die mit Serum normaler Meerschweinchen
und Kaninchen injiziert worden waren, keinerlei Störung des Allgemeinbefindens
zeigten, die Versuchstiere dagegen eine solche immerhin erkennen
ließen, so kann an eine Toxinwirkung gedacht werden. Doch waren die
klinischen Erscheinungen im Verhältnis zu den von Romanowitch beobachteten
derartig unbedeutend, daß wir zu dem Schluß gelangten, daß
das Serum nur schwach toxisch gewesen, daß die Infektion auch
zu wenig intensiv ausgefallen war.
7) Da Romanowitch die Giftwirkung des Serums in ein bestimmtes
Verhältnis zu der Intensität der Vergiftung setzt, und
angibt, daß nur das Serum schwer vergifteter Tiere toxisch
wirke, so gab uns das Resultat dieses Vorversuches Ia Veranlassung, die
Intensität
der Infektion bei den folgenden Versuchen möglichst genau zu prüfen.
8) Es hatten die Versuchstiere leichte Gesundheitsstörungen gezeigt,
die immerhin von einer schwachen Toxinwirkung des injizierten Serums herrühren
konnten. Es waren also die Vorbedingungen für die Anstellung eines
weiteren Versuches mit diesen Tieren gegeben. Denn Romanowitch schreibt:
Vergiftet man Tiere, die nach schwacher Injektion am Leben geblieben
sind, mit trichinigem Fleisch, so sterben die Tiere, weil zu dem durch
die Injektion einverleibten schwachen Gift noch das durch
die Trichinellen produzierte hinzukommt.
Leider konnte ich nirgends finden, zu welchem Zeitpunkt Romanowitch
diese neue Vergiftung der injizierten Tiere vorgenommen hat; es
interessiert, zu wissen, ob die injizierten Tiere sich schon ganz erholt
hatten, oder ob unmittelbar nach dem Abklingen der Krankheitserscheinungen
die Trichinellen - Infektion vorgenommen wurde. Es war somit die
Wahl des Zeitpunktes für uns nicht einfach, zumal nach Romanowitch
noch 25 Tage nach der Injektion Todesfälle eintreten können.
Versuch Ib.
(Neuinfektion.)
Angestellt mit M l, M 3, K l und K 2 des vorigen Versuches. Außerdem
wurden 2 Kontrollmeerschweinchen und 2 Kontrollkaninchen vergiftet. Der
Zeitpunkt wurde so gewählt, daß sich die Versuchstiere von der
vorangegangenen Seruminjektion (Versuch Ia) vollständig erholt hatten.
Alle Tiere wurden mit je 5000 Trichinellen infiziert. Tag der Neuinfektion
12.Sept.12.
Seite 260
Ergebnis: Die Tiere zeigten keine wesentliche Beeintraechtigung
ihres Befindens und mussten schliesslich getoetet werden. Die Kontrolle
ihrer Muskulatur ergab:
fuer M 1 in 1 g Zerchfell 5600 Trichinellen
fuer M 2 in 1 g Kaumuskel 5100 Trichinellen
fuer K 1 in 1 g Kaumuskel 4000 Trichinellen
fuer K 2 in 1 g Kaumusel 4200 Trichinellen
es waren diese Tiere also sehr hoch mit Trichinellen infiziert worden;
obwohl sie nun schon frueher mit dem Serum trichinoeser Tiere vorbehandelt
worden waren, konnte eine Beeinflussing der nachfolgenden Trichinellenkrankheit
nicht erkannt werden. Vgl. hierzu die folgende Tabelle:
Kontrolle
Kontrolle
M 1 M 3 M II M III
K 1 K 2 K II
K III
Tag der Neuin-
fektion
12. Sept.
430 660 320
350 830 800
500 480
14. Sept.
440 660 340
390 850 800
550 520
16. Sept.
460 670 350
385 850 800
550 520
18. Sept.
460 670 350
390 860 800
540 550
20. Sept.
480 670 370
390 860 790
550 550
22. Sept.
470 670 380
420 880 790
580 540
24. Sept.
470 660 410
420 880 800
590 580
26. Sept.
460 660 410
420 870 800
590 590
28. Sept.
460 660 405
430 870 800
590 580
30. Sept.
470 670 430
440 870 810
610 580
1. Okt.
470 680 430
440 870 800
620 580
3. Okt.
470 680 430
440 875 810
620 620
5. Okt.
470 680 425
450 900 790
640 620
7. Okt.
470 660 430
465 900 790
640 610
9. Okt
480 660 430
460 890 800
630 610
11. Okt.
480 660 430
460 900 800
650 640
13. Okt.
480 670 440
460 900 870
680 640
15. Okt.
480 670 440
460 900 800
680 650
17. Okt.
470 670 435
465 900 800
680 650
19. Okt.
470 670 440
460 900 810
670 640
21. Okt.
480 670 440
460 900 810
670 640
23. Okt.
480 670 440
460 900 810
670 640
Versuch II.
Vorbereitung.
Am 26. Aug. 12 wurden 5 Meerschweinchen annaehernd mit je 6000 Trichinellen
infiziert.
Keines dieser Tiere zeigte irgendwelche Krankheitserscheinungen.
Alle Tiere nahmen, wie untenstehende Zusammenstellung zeigt, an Gewicht
zu. Das M e wurde als Kontrolltier weiter beobachtet und ueberstand
die Infektion.
Ma Mb Mc
Md Me
Gewicht am 26. Aug.:
310 250 250
300 290
Infektionstag, 19. Sept.
360 290 300
340 340
Tag der Entblutung: 19. Sept.
An Trichinellen wurden gefunden:
Bei Ma in 1 g Kaumuskel annaehernd 6600
Bei Mb in 1 g Kaumuskel annaehernd 6000
Bei Mc in 1 g Kaumuskel annaehernd 6400
Bei Md in 1 g Kaumuskel annaehernd 7300
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Ausfuehrung.
Injiziert wurde das Serum am 20. Sept., also 24 Tage nach der Infektion.
Das Serum des Ma wurde dem M 4 und 5
Das Serum des Mb wurde dem M 6 und 7
Das Serum des Mc wurde dem M 8 und 9
Das Serum des Md wurde dem M 10 und 11
subkutan injiziert.
Ausserdem erhielten 2 Meerschweinchen, M IV und M V, als Kontrolltiere
entsprechende Mengen Serum normaler Meerschweinchen injiziert.
Gewichtstabelle II.
Kontrolle
M 4 M 5 M 6
M 7 M 8 M 9 M 10
M 11 M IV M V
Gewicht am Tage
vor der Injektion:
260 280 250
250 270 240
280 260
250 250
Injiziert wurden
Kubikzentimeter:
1,30 1,40 1,30
1,30 1,40 1,30 1,40
1,30 1,30 1,30
20. Sept.
265 290 260
250 290 250
300 270 260
255
22. Sept.
270 320 290
270 330 260
320 270 260
270
24. Sept.
300 330 280
300 350 280
310 300 280
270
26. Sept.
300 320 280
310 340 280
320 300 290
280
28. Sept.
290 310 280
270 340 270
320 310 290
290
30. Sept.
320 340 300
290 340 270
330 315 310
290
2. Okt.
310 350 280
280 350 280
330 310 320
300
4. Okt.
310 320 290
300 340 280
310 290 320
310
6. Okt.
310 320 290
320 340 270
310 310 350
330
8. Okt.
300 340 310
340 350 290
330 310 360
340
10. Okt.
300 330 310
320 350 300
330 340 370
350
12. Okt.
310 330 310
320 350 300
330 340 360
350
14. Okt.
320 340 310
310 340 290
350 330 360
370
16. Okt.
320 350 330
320 350 290
360 330 370
370
18. Okt.
340 350 320
320 350 290
360 330 375
360
20. Okt.
340 350 320
320 350 290
360 330 370
370
Ergebnisse des Versuches II.
a) Der Infektion:
Die Meerschweinchen Ma - Md, welche das Serum fuer den Injektionsversuch
lieferten, zeigten keinerlei Stoerung ihres Wohlbefindens; sie nahmen stetig
an Koerpergewicht zu. Gleichwohl ergab der Sektionsbefund eine starke Durchsetzung
der Muskulatur mit Trichinellen, im Durchschnitt etwa 6600 Trichinellen
in 1 g. Es ist dies eine erhebliche Steigerung der Infektion gegenueber
dem Versuch Ib, bei welchem nach einer Verfuetterung von je 5000 Trichinellen
durchschnittlich 4700 dieser Parasiten in 1 g Muskulatur gefunden wurden.
2) Das Kontrolltier ueberlebte die Infektion und zeigte keinerlei
Krankheitserscheinigungen.
b) Der Injektion:
1) Die Sera erwiesen sich als nicht toxisch. Kein einziges der
injizierten Versuchstiere erkrankte; das Wohlbefinden war nie gestoert.
Alle Tiere nahmen an Gewicht stetig zu.
2) Die Kontrolltiere zeigten auch keinerlei Gesundheitsstoerung.
Seite 262
Zusammenfassung.
Wir verzeichnen also in Versuch II einen vollstaendigen Misserfolg
in Hinsicht auf die Angaben von Romanowitsch, obwohl die Muskulatur
der Tiere eine starke Durchsetzung mit Trichinellen aufwies.
Versuch III.
Vorbereitung
Am 4. Sept. 12 wurden 6 Meerschweinchen mit je 10 000 Trichinellen infiziert.
Die infizierten Tiere nahmen bis zum 19. Sept., dem Tage der Entblutung,
an Gewicht zu und zeigten bis zu diesem Tage auch keinerlei Krankheitserscheinungen.
Gewichtstabelle.
Infektionstag
Kontrolle
(Entblutungstag) Ma
Mb Mc Md
Me Mf
4. Sept.
250 250 250
240 250 230
19. Sept.
310 330 300
310 340! 300
30. Sept.
280 350
15. Okt.
230 280
20. Okt.
200 390
24. Okt.
170+ 390
Bei Kontrollmeerschweinchen Me war am 19. Sept. das hoechste
Gewicht erreicht, von diesem Tage ab nahm es konstant ab. Das Tier zeigte
vom 20. Okt. ab zunehmende Mattigkeit, sehr starke Abmagerung, geringe
Dyspnoe. Am 24. Okt. starb das Tier an Entkraeftigung. Die Sektion ergab
eine starke Durchsetzung der gesamten Muskulatur mit Trichinellen. Besonders
Zunge, Kaumuskeln und Zwerchfell waren befallen. In 1 g Kaumuskel wurden
etwas 7200 Trichinellen gefunden, in 1 g Zerchfell etwa 7400 Stueck.
Das Kontrolltier Mf ueberlebte die Infektion. Es zeigte sogar
stetige Gewichtzunahme, war nie krank. Es wurde am 10. Nov. getoetet und
erwies sich noch staerker infiziert als Me; wir fanden naemlich
in 1 g Kaumuskel annaehernd 8300 Trichinellen
in 1 g Zwerchfell annaehernd 7100 Trichinellen
Ma - Md wurden am 19. Sept. entblutet. Die mikroskopische Untersuchung
der Muskulatur dieser Tiere ergab:
bei Ma in 1 g Kaumuskel annaehernd 7200 Trichinellen
bei Mb in 1 g Kaumuskel annaehernd 8100 Trichinellen
bei Mc in 1 g Kaumuskel annaehernd 7600 Trichinellen
bei Md in 1 g Kaumuskel annaehernd 8300 Trichinellen
Ausfuehrung.
Injiziert wurde das Serum am 20. Nov. 12, also 16 Tage nach der Infektion.
Das Serum des Ma wurde dem M 12 und 13
Das Serum des Mb wurde dem M 14 und 15
Das Serum des Mc wurde dem M 16 und 17
Das Serum des Md wurde dem M 18 und 19
subkutan injiziert.
Ausserdem erhielten 2 Meerschweinchen, M VI und M VII, als Kontrolltiere
entsprechende Mengen Serum normaler Meerschweinchen injiziert.
Seite 263
Gewichtstabelle III.
Kontrolle
M 12 M 13 M 14 M 15 M 16 M 17 M 18
M 19 M VI M VII
Gewicht am Tage
vor der Injektion: 310
260 300 230
240 215 260
280 230 240
Injiziert wurden
Kubikzentimeter: 150
140 150 130
130 120 140
140 130 130
20. Sept.
320 280 310
250 250 230
280 290 250
250
22. Sept.
330 310 330
270 260 230
290 310 270
280
24. Sept.
340 330 330
270 280 250
320 340 290
280
26. Sept.
340 340 340
300 380 280
320 350 290
300
28. Sept.
360 340 360
310 300 270
340 350 310
310
30. Sept.
370 340 360
310 300 290
340 340 320
310
2. Okt.
370 350 370
340 300 300
350 340 320
310
4. Okt.
360 350 370
340 310 320
340 350 320
310
6. Okt.
390 350 340
330 320 320
360 350 340
350
8. Okt.
390 350 340
340 320 320
360 340 340
340
10. Okt.
390 350 400
340 320 330
360 340 360
350
12. Okt.
380 350 410
340 320 330
360 370 370
350
14. Okt.
380 350 410
340 350 340
370 370 370
350
16. Okt.
390 350 400
350 350 340
370 370 370
370
18. Okt.
400 370 400
340 350 340
370 380 380
370
20. Okt.
400 370 400
340 340 340
380 390 380
370
22. Okt.
400 370 400
340 340 360
380 390 380
370
24. Okt.
390 370 390
340 350 360
380 390 390
360
26. Okt.
400 370 390
340 350 360
380 390 390
360
Ergebnisse des Versuches III.
a) Der Infektion:
1) Die Meerschweinchen Ma - Md, welche das Serum fuer den Injektionsversuch
lieferten, zeigten keinerlei Krankheitssymptome oder Stoerung des Allgemeinbefindens.
Das Gewicht dieser 4 Tiere hatte zugenommen, und doch bewies der postmortale
histologische Befund, dass eine erhebliche Infektion stattgefunden hatte;
fanden sich doch durchschnittlich 7800 Trichinellen in 1 g Muskulatur der
infizierten Tiere.
2) Das Kontrolltier Me starb am 24. Okt. an Trichinosis, war
also sicherlich schwer infiziert. Es wurden in 1 g Kaumuskel 7200 Trichinellen
gefunden, weniger also als bei den Tieren, deren Serum verwendet wurde.
Dieses Kontrolltier hatte erst volle 4 Wochen nach der Entblutung von Ma
- Md die ersten Krankheitserscheinungen gezeigt, hatte allerdings schon
an diesem Entblutungstage sein hoechstes Gewicht erreicht und von da ab
stetig abgenommen.
3) Auch das Kontrolltier Mf erwies sich bei der Sektion als
hochgradig infiziert, doch hatte es nie irgendwleche Stoerung der Gesundheit
erkennen lassen.
4) Fehlten auch die klinischen Symptome bei Ma - Md, so weist doch
das mikroskopische Bild in Verbindung mit der Tatsache, dass eines der
beiden Kontrolltiere spaeter an Trichinosis erkrankte und daran zugrunde
ging, darauf hin, dass die Infektion eine schwere war und dass wir
eine Toxinwirkung des injizierten Serums erwarten durften.
b) Der Infektion:
Die erwartete Toxinwirkung blieb, wie bei den frueheren Versuchen, auch
jetzt vollstaendig aus.
Seite 264
Da die bisherigen Versuche im Sinne der Romanowitchschen Saetze
vollstaendig negative Ergebnisse gebracht hatten, so entschloss ich mich
zu einer weiteren Steigerung der Vergiftunsdosis.
Versuch IVa.
Vorbereitung
Am 17. Okt. 1912 wurden 4 Meerschweinchen mit annaehernd je 12 500 Trichinellen
vergiftet. Die infizierten Tiere zeigten ein bei unseren frueheren Versuchen
noch nicht beobachtetes Verhalten: Sie nahmen, wie untenstehende Gewichtstabelle
erkennen laesst, nur sehr wenig an Gewicht zu. Dann nahmen die Gewichte
bei allen Tieren zwischen dem 14. und 23. Tag nach der Infektion erheblich
ab.
Gewichtstabelle:
Ma Mb
Kontrolle
Mc Md
17. Okt.
250 250
250 250
1. Nov.
260! 270
260 370
3. Nov.
240 280!
270 370
5. Nov.
230 265
270! 390
7. Nov.
270 390
9. Nov.
250 390
11. Nov.
240 400!
13. Nov.
215 390
15. Nov.
220 360
17. Nov.
200 350
21. Nov.
am 18. Nov.+
340
23. Nov.
330
25.Nov.
330+
Gleichzeitig zeigten sich auch klinische Erscheinungen: Mangelnde
Fresslust, zunehmende Mattigkeit, Dyspnoe, starke Abmagerung, besonders
bei Mc.
Beide Kontrolltiere starben an Trichinosis, Mc 4 Wochen nach
der Infektion, Md 5 Wochen nach der Infektion. Andere Krankheitssymptome
als die oben angefuehrten konnten nicht beobachtet werden.
Ma und Mb, welche ebenfalls, wenn auch noch nicht starke, aber doch
deutlich wahrnehmbare Beeintraechtigung des Wohlbefindens erkennen liessen,
nicht mehr recht fressen wollten, nur wenig und schlaffe Abwehbewegungen
beim Greifen machten und meist still und teilnahmslos aneinandergedraengt
beisammen sassen, wurden am 5. Nov. 1912 entblutet. Die mikroskopische
Untersuchung der Muskulatur dieser Tiere ergab an Trichinellen:
Bei Ma in 1 g Kaumuskel annaehernd 9000
Bei Mb in 1 g Kaumuskel annaehernd 8500
Die Zahl der mikroskopisch festgestellten Parasiten ist also eine wesentlich
hoehere als bei den frueheren Versuchen (siehe Vergleichstabelle).
Ausfuehrung:
Injiziert wurde das Serum am 6. Nov. 1912, also 20 Tage nach der Infektion.
Jeweils die Haelfte der von Ma und Mb gewonnenen Sera wurde inaktiviert
und dann erst injiziert. Das Serum des Ma wurde dem M 20 - 23, das Serum
des Mb dem M 24 - 27 injiziert. Kontrollmeerschweinchen M VIII erhielt
inaktiviertes
Serum eines normalen Meerschweinchens,
Seite 265
Kontrollmeerschweinchen IX nicht inaktiviertes Serum eines normalen
Meerschweinchens injiziert
Gewichtstabelle.
Ma
Mb
Normales Meerschweinchen
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Inakt. Ser.
Nicht
Inakt. Ser. Nicht
inakt. Nicht
inakt. Ser.
inakt. Ser. Ser.
inakt Ser.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
M 20 M 21 M 22 M 23
M 24 M 25 M 26 M 27 M VIII
M IX
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gewicht am Tage
vor der Injekt.: 250
240 240
250 250 250
240 250 260
250
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Injiziert wurden
Kubikzentimeter: 130
130 130
130 140 140
140 140 140
140
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
6. Nov.
240 260
250 260 260
250 260 270
270 250
8. Nov.
240 290
260 260 270
260 265
270 280
260
10. Nov.
250 280
260 280 285
290 260 280
290 290
12. Nov.
290 280
270 290 280
290 270 290
320 300
14. Nov.
280 280
300 290 270
270 260 290
320 300
16. Nov.
270 290
300 280 290
280 260
290 330
300
18. Nov
270 300
300 270 290
280 270 320
330 310
An den Tagen, welche durch fette Ziffern bezeichnet sind, war Stoerung
des Wohlbefindens.
Ergebnisse des Versuches IV a.
a) Der Infektion
1) Die infizierten Tiere hatten hohe Vergiftunsdosen erhalten und die
Symptome schwerer Krankheit gezeigt. Es waren ausserdem hohe Zahlen von
Trichinellen in 1 g Muskulatur der infizierten Tiere festgestellt worden.
Dass eine schwere Infektion vorlag, wurde durch den Tod der beiden
Kontrolltiere an Trichinosis bestaetigt. Wir konnten deshalb hoffen, diesmal
ein hochwertiges Serum gewonnen zu haben.
b) Der Injektion:
1) Trotz sorgfaeltiger Beobachtung konnten bei den Versuchstieren, welche
das Serum injiziert erhalten hatten, keine der von Romanowitch
beschriebenen Krankheitszeichen bemerkt werden. Allerdings trat bei einigen
der Versuchstiere eine rasch voruebergehende geringe Verminderung der Fresslust
und anscheinend auch des Wohlbehagens ein, waehrend die Kontrolltiere hiervon
frei blieben. Auch war ein Stillstand, ja eine geringe Gewichtsabnahme
zu bemerken, was sich zwangslos aus der mangelnden Fresslust und der voruebergehenden
Indisposition erklaeren laesst, zumal bei der rasch eintretenden Rekonvaleszenz
die Gewichte wieder etwas anstiegen.
2) Auch das nicht inaktivierte Serum zeigte so gut wie keine
Wirkung. Wir hatten einen Teil des Serums deshalb inaktiviert, um nach
Zerstoerung des hypothetischen Toxins durch 1/2-stuendiges Erwaermen auf
56 Grad bei der erwarteten Toxinwirkung des nicht inaktivierten
Serums ein eindeutiges Resultat zu bekommen. Doch zeigten die Meerschweinchen
No. 20, 24 und 25, welche inaktiviertes Serum erhalten hatten, dieselbe
schwache Indisposition wie No. 23, 26 und 27, welche mit nicht inaktiviertem
Serum behandelt worden waren. Ein Unterschied in der Wirkung inaktivierten
und nicht inaktivierten Serums bestand also nicht.
Das Endergebnis des Versuches IVa ist die Tatsache, dass auch
nach Injektion von Serum schwer mit Trichinellen infizierter
Seite 266
Meerschweinchen eine Giftwirkung des Serums nicht oder doch nur
*andeutungsweise* eintrat.
Versuch IV b (Neuinfektion).
Wenn wir die in obigem Versuch beobachteten geringen Störungen
des Wohlbefindens der Versuchstiere, die etwas verminderte Freßlust,
den vorübergehenden Stillstand der Gewichtszunahme, als die Folge
einer Toxinwirkung des injizierten Serums gelten lassen wollen, so war
die Vorbedingung zu einer Nachvergiftung
dieser Versuchstiere mit
Trichinellen - den Romanowitschen Versuchen entsprechend - gegeben.
Es wurden also die Versuchstiere und die Kontrolltiere von
Versuch IVa mit je 8000 Trichinellen vergiftet. Diese Zahl erschien genügend,
denn, wie Versuch III lehrt, hatte eine Vergiftung mit 10000 Trichinellen
den Tod eines Tieres zur Folge. Es wurde aber dieses Mal ein anderer
Zeitpunkt für die Nachvergiftung gewählt. Bei Versuch I b
waren alle Störungen des Wohlbefindens nach der Injektion längst
überwunden, alle Tiere waren gesund und hatten an Gewicht schon
erheblich zugenommen (25 Tage nach der Injektion). Jetzt aber wurde die
Nachvergiftung schon 14 Tage nach der Injektion vorgenommen, zu einem Zeitpunkt
also, bei welchem die Versuchstiere eine gewisse Beeinträchtigung
des Wohlbefindens noch erkennen ließen, die sich in
verminderter Freßlust und im Stillstand und in der geringen Abnahme
des Körpergewichts ausdrückte. War diese Störung durch Toxine
bedingt,
so mußte sich nach Romanowitsch die Nachvergiftung als besonders
wirksam erweisen, da ja zu den schwachen Toxinen des injizierten
Serums noch die von den Trichinellen produzierten Toxine hinzukämen.
Ergebnisse des Versuches IVb.
Der Erfolg der Nachvergiftung war, wie bei Versuch I b, ein durchaus
negativer.
Denn 1) zeigte kein einziges der nachinfizierten Tiere irgendwelche
Krankheitserscheinungen.
2) Starb kein einziges dieser Tiere an den Folgen der Nachvergiftung.
3) Die Gewichte blieben annähernd konstant, stiegen zum Teil in
geringem Maße an wie untenstehende Tabelle zeigt.
Kontrolle
M20 M21 M22 M23
M24 M25 M20 M27
M VII M VIII
20. Nov. 280
310 310 290
290 290 270
320 350
320
30. Nov. 310
300 330 300
320 300 270
330 390
330
10. Dez. 310
310 320 310
340 300 275
340 380
350
20. Dez. 300
320 320 300
330 320 290
350 410
370
4) Die Sektion der Meerschweinchen No. 20, 22 und 24 ergab eine starke
Durchsetzung der Muskulatur mit Trichinellen, die Infektion war also wirksam
gewesen.
Zusammenfassung.
Ein Beweis der Romanowitchschen Sätze von der Giftigkeit
des
Serums stark trichinisierter Meerschweinchen und der starken Wirkung
einer Nachvergiftung mit Trichinellen konnte auch durch diesen Versuch
nicht erbracht werden.
Seite 267
Versuch V.
Vorbereitung.
Am 28.Okt.1912 wurden 6 Meerschweinchen mit je 15000 Trichinellen vergiftet.
Wie bei Versuch IV a, so zeigten auch diesmal die infizierten Tiere Krankheitserscheinungen.
Sie nahmen, wie untenstehende Tabelle erkennen laesst, nur etwa 10 Tage
an Gewicht zu, dann trat Stillstand, bei einzelnen Tieren starkes Zurückgehen
der Gewichte ein.
Gewichtstabelle.
Ma Mb Mc Md Me Mf
An den Tagen, welche durch fette Ziffern bezeichnet sind, zeigten die
Tiere deutliche Krankheitserscheinungen, welche in Mattigkeit, Mangel an
Freßlust, zunehmender Magerkeit, bei M d-M f auch in Dyspnoe und
gegen Ende in starker Hinfälligkeit bestand.
Wir konnten hoffen, diesmal ein wirksames Serum zu erhalten.
Die Kontrolltiere Mb-Mf gingen an Trichinosis zugrunde.
Die Entblutung der Versuchstiere Ma-Mc wurde am 14. Nov. vorgenommen;
an Trichinellen wurden in
1 g Zwerchfell gefunden bei Ma etwa 8700
1 g Zwerchfell gefunden bei Mb etwa 9600
1 g Zwerchfell gefunden bei Mc etwa 8300
Ausführung.
Wiederum wurde die Hälfte des Serums inaktiviert.
Kontrollmeerschweinchen No. X erhielt inaktiviertes normales
Serum injiziert Kontrollmeerschweinchen No. XI erhielt nicht inaktiviertes
normales
Serum
injiziert
Das Serum des Ma wurde dem M 28-3O, das Serum des Mb wurde dem Mai31-33
das Serum des Mc des M 34-36 injiziert.
Das Serum wurde am 15. Nov., also am 17. Tag nach der Infektion injiziert.
(Siehe folgende Gewiehtstabelle.)
Ergebnisse des Versuches V.
Obwohl die infizierten Tiere sämtlich erkrankten, obwohl sämtliche
Kontrolltiere an Trichinosis starben, obwohl die histologische Untersuchung
bestätigte, daß die Infektion eine schwere gewesen war,
zeigte das Serum keine Giftwirkung. Die mit dem Serum injizierten
Tiere zeigten keinerlei Störung ihres Wohlbefindens, sie nahmen erheblich
an Gewicht zu. Keines der Versuchstiere starb innerhalb der nächsten
35 Tage. Die von Romanowitch angegebenen Krankheitssyrnptome waren
auch bei diesem Versuch nicht eingetreten.
Seite 268
Gewichtstabelle:
Ma (infiz.)
Mb (infiz.)
Mc (infiz.)
Normales
Meerschweinchen
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Inakt. Ser. Nicht
Inakt. Ser. Nicht
Inakt. Nicht
Inakt. Ser. Nicht
inakt. Ser.
inakt. Ser. Ser.
inakt Ser.
inakt Ser.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
M 28 M 29 M 30 M 31 M 32
M 33
M 34 M 35 M 36 MX
MXI
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gewicht am Tage
vor der Injekt.: 240
230 230 260 260 255
280 270 270
240 230
Injiziert wurden
Kubikzentimeter: 1,30
1,30 1,30 1,40 1,40 1,40
1,40 1,40 1,40
1,30 1,30
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
15. Nov.
250
250 250 270 270 275
290 280 280
250 250
17. Nov.
270
280 260 290 300 310
300 390 300
270 275
19. Nov.
280
280 290 310 290 310
315 290 310
280 270
21. Nov.
280
290 280 310 295 300
310 300 310
280 290
23. Nov.
290
290 280 330 310 300
320 300 310
290 290
25. Nov.
320
290 290 330 310 310
320 310 330
320 300
27. Nov.
315
290 300 320 330 320
350 310 340
320 300
29. Nov.
330
320 320 330 330 320
350 330 340
320 310
1. Dez.
330
310 320 350 330 330
360 330 340
340 310
3. Dez.
330
310 320 350 340 330
370 330 350
340 320
5.Dez.
340
310 320 350 340 350
370 330 345
330 320
7. Dez.
340
320 330 360 340 350
365 330 360
340 330
9. Dez.
340
320 330 360 340 350
390 320 360
340 330
11. Dez.
340
320 330 360 340 370
390 320 360
340 325
20. Dez.
350
320 360 360 350 360
410 330 370
370 330
Versuch VI.
Vorbereitung.
Am 5. Nov. 1912 wurden 6 Meerschweinchen mitje 18 000 Trichinellen vergiftet.
Schon am 13.Nov. begannen die Tiere zu kraenkeln, frassen nicht mehr gerne.
In den naechsten Tagen trat sehr rasch zunehmende Mattigkeit ein, auch
Atemnot machte sich geltend. Die Gewichte, die in den ersten Tagen zugenommen
hatten, gingen mit zwei Ausnahmen rasch zurueck. Da sich die Krankheitserscheinungen
in den folgenden Tagen sich derart verschlimmerten, dass der Tod der Tiere
zu befuerchten war, so wurden die hinfaelligsten Tiere schon am 18. Nov.
1912 entblutet, also 13 Tage nach der Infektion.
Gewichtstabelle.
Ma Mb Mc
Md Me Mf
5. Nov.
270 270 290
300 300 290
7. Nov.
280 290 290
220 310 310
9. Nov.
290 290 290
330 320 320
11. Nov.
300 290 300
330 330 350
13. Nov.
295 270 310
340 330 340
15. Nov.
270 260 280
340 340 340
17. Nov.
260 230 270
350 350 340
18. Nov.
250 220 250
360 340 340
19. Nov.
340 340 310
20. Nov.
320 310 300
21. Nov.
+ 270
+
23. Nov.
250
24. Nov.
+
NB. Die fettgedruckten Zahlen sollen andeuten, dass an diesen Tagen
deutliche Krankheitserscheinungen wahrnehmbar waren.
Seite 269
An Trichinellen wurden gefunden:
Bei Ma annaehernd 9 400 in 1 g Kaumuskel
Bei Mb annaehernd 12 000 in 1 g Kaumuskel
Bei Mc annaehernd 10 300 in 1 g Kaumuskel
Ausfuehrung:
Injiziert wurde das Serum am 19. Nov. 1912, also 14 Tage nach
der Infektion.
Das Serum wurde diesmal nicht mehr inaktiviert, da ein Unterschied
der Wirkung bei inaktiviertem und nicht inaktiviertem Serum bisher nicht
zutage getreten war.
Kontrollmeerschweinchen MXII und XIII erhielten normales Serum.
Gewichtstabelle.
Ma
Mb
Mc
Kontrolle
--------------------------------------------------------------------------------------------------
M 37 M 38 M 39 M 40 M 41 M 42 M43 M 44 M 45 M XII
M XIII
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Gewicht am Tage
vor der Injektion: 300
300 300 235
230 240 255 260 260
240 235
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Injiziert wurden
Kubikzentimeter: 150
150 150 130
130 130 140 140 140
130 130
--------------------------------------------------------------------------------------------------
19. Nov.
310 310 310
240 245 250 270
270 280 250
250
21. Nov.
330 320 320
270 260 280 290
280 210 260
260
23. Nov.
340 320 330
270 270 270 300
290 300 290
270
25. Nov.
340 330 340
265 270 280 310
300 300 290
275
27. Nov.
350 340 340
280 270 290 330
310 300 305
280
29. Nov.
360 340 340
280 290 300 320
310 310 320
280
1. Dez.
380 350 340
290 290 310 325
310 320 320
290
3. Dez.
380 370 360
300 290 310 330
320 330 320
290
5. Dez.
390 370 360
300 300 310 340
320 330 310
290
7. Dez.
410 370 370
300 310 310 340
320 340 330
300
9. Dez.
420 380 370
310 305 320 340
330 340 330
320
11. Dez.
420 380 370
310 310 330 360
330 340 340
320
13. Dez.
410 380 370
320 310 330 360
330 340 335
330
15. Dez.
410 390 365
320 310 330 370
330 350 330
330
17. Dez.
410 390 370
330 320 330 370
330 350 330
340
19. Dez
410 390 370
330 320 330 370
335 350 330
340
Ergebnis des Versuches VI.
a) Der Infektion:
Die Zahl der einverleibten Trichinellen war eine sehr grosse (18 000
Stueck).
Das verwendete Serum stammte von Meerschweinchen, die schwere klinische
Symptome gezeigt hatten.
Saemtliche Kontrolltiere starben an Trichinosis.
Die mikroskopische Untersuchung ergab 9700-12 000 Trichinellen in 1
g Muskulatur; die Trichinellen lagen in ganzen Haufen, oft dicht neben
und uebereinander im Muskel eingebettet; hierdurch wurde die Schwere der
Infektion bestaetigt.
b) Der Injektion:
Trotz dieser Vorbedingungen erwies sich das Serum nach der Injektion
als nicht toxisch. Keinerlei Wirkung konnte beobachtet werden.
Die Versuchstiere zeigten nicht die geringste gesundheitliche Stoerung.
Das Koerpergewicht stieg andauernd un gleichmaessig. Keines der Tiere starb
innerhalb der naechsten 6 Wochen.
Seite 270
Versuch VII.
Vorbereitung
Am 30. Nov. wurden 3 Meerschweinchen mit je 23 000 Trichinellen vergiftet.
Alle 3 Tiere erkrankten schon am 4. und 5. Dez., also noch zur Zeit der
Darmtrichinosis.
Die Hinfaelligkeit, die Abmagerung nahm so rasch zu, dass ich Ma und
Mb am 12. Dez. entbluten musste. das Kontrolltier Mc starb 14 Tage
nach der Infektion (siehe untenstehende Tabelle).
Ma
Mb
Kontrolle Mc
30. Nov.
300
310
280
2. Dez.
310
315
290
4. Dez.
315
320
295
6. Dez.
300
290
295
8. Dez.
280
255
270
10. Dez.
265
240
235
12. Dez.
250
230
210
13. Dez.
+
Anmerkung: An den Tagen, welche durch fette Ziffern bezeichnet sind,
waren deutliche Krankheitserscheinungen zu bemerken.
An Trichinellen wurde gefunden in 1 g Kaumuskel
bei Ma 11 000
bei Mb 10 000
bei Mc 12 500 (Kontrolltier)
Ausfuehrung:
Injiziert wurde das Serum am 13. Dez., also 13 Tage nach der
Infektion.
Das Serum des Ma wurde dem M 46, 47 und 48
Das Serum des Mb wurde dem M 49, 50 und 51 injiziert.
Gewichtstabelle.
Ma
Mb
Kontrolle Mc
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